Rezension zu "The Real Thing"

Samantha Young, Hartwell, The Real Thing, ullstein
Samantha Young - The Real Thing
Der Auftakt zur neuen Reihe kann mich begeistern - nur ganz anders als erwartet!

The Real Thing - Samantha Young

Verlag: Ullstein
Seiten: 528
Preis: 9.99€ (TB)
Erscheinungsdatum: 9. September 2016
Erster Teil der Hartwell-Love-Stories
Wertung: ☺☺☺

Der Klapptext

Jessica Huntington ist Ärztin und arbeitet in einem Frauengefängnis. Sie hangelt sich von einer losen Beziehung zur nächsten. Eines Tages entdeckt sie nie abgeschickte Liebesbriefe einer ehemaligen Insassin. Sie folgt der Adresse auf den Umschlägen nach Hartwell, Delaware, einem kleinen gemütlichen Ort an der Ostküste der USA. Dort stolpert sie in Cooper Lawsons Bar am Boardwalk von Hartwell und kurz darauf in sein Herz. Vom ersten Moment an herrscht zwischen den beiden eine explosive Anziehungskraft. Denn Cooper ist so ganz anders als die arroganten Ärzte, die Jessica sonst sporadisch datet, nämlich ehrlich und direkt. Und dabei auch noch verdammt sexy. Aber Jessica will und kann Cooper nicht ganz an sich heranlassen. Zu viel ist in ihrer Vergangenheit geschehen, ihre Familie ist zerrüttet. Und auch Cooper ist vom Verrat durch seinen besten Freund traumatisiert. Doch Jessica und Cooper können sich gegenseitig Halt und Liebe geben. Sie müssen es nur erst noch begreifen…


Eigene Meinung

Was sagt es über ein Buch aus, bei dem mich die Vergangenheit und Zukunft von Nebencharakteren mehr interessiert als die eigentliche Hauptstory?
Ich liebe Samantha Young. Into the Deep war vor Jahren mein erstes Buch von ihr und ich habe es geliebt. Danach kam Dublin Street mit einigen Folgebänden und auch diese habe ich verschlungen. Hero fand ich dann nur noch mittelmäßig.. und dann kam The Real Thing.
lll🔻Ich hatte auf eine locker leichte Sommerromanze gehofft, mit traumhafter Kulisse und viel Romantik. Was ich bekommen habe war leider nur der Urlaubsort - und bezaubernde Nebencharaktere.
Jessica hatte ein erschütterndes Erlebnis, das sie seit vielen Jahren begleitet, verfolgt und quält, aber sie kriegt ihren Alltag auf die Reihe und ist keineswegs hilflos. Cooper ist ein bodenständig, charismatischer Mann, der einmal schwer hintergangen wurde und seitdem an nichts Festem mehr interessiert ist. Klingt eigentlich wie eine Geschichte nach meinem Geschmack. 
Aber irgendwie konnten die beiden kaum Sympathien bei mir wecken. Ihre Geschichten hätten mich eigentlich bewegen müssen, ich hätte mitfiebern und auch mitschwärmen müssen. Trotzdem konnten mich die Charaktere nicht überzeugen - ich konnte es ihnen einfach nicht abkaufen. Also verging Seite um Seite und ich habe sogar teilweise Sexstellen seitenweise übersprungen, weil es doch irgendwie immer gleich war.
Auch die Story war vorhersehbar und bei fast allen Geheimnissen lag ich richtig. Ich habe sogar tagelang das Buch zur Seite gelegt und "vergessen", weil es mich nicht gepackt hat. Aber das lag keinesfalls am Schreibstil, am Tempo oder den Dialogen an sich, denn das alles war wie gewohnt. Nein, es lag einfach an der Geschichte an sich - sie hat mich wenig interessiert.
Wer bis hierhin durchgehalten hat wird sich fragen: Wieso hast du dann nicht einfach abgebrochen? Es gibt gleich 4 gute Gründe bzw. Nebencharaktere:
  • Was verbirgt die Buchladenbesitzerin Emery für ein Geheimnis?
  • Ist Jack wirklich so böse wie es scheint? Mir scheint mehr dahinter zu stecken
  • Bailey und Vaughn. Ich habe von Anfang an eine gewisse Spannung zwischen ihnen wahrgenommen und wüsste so gerne, ob und falls ja, was, zwischen ihnen war und sein wird
  • Samantha Young hat mich bisher noch nie enttäuscht

Was sagt es also über ein Buch aus, bei dem mich die Vergangenheit und Zukunft bestimmter Charaktere mehr interessiert als die eigentliche Hauptstory?
Für mich bleibt am Ende nur eins hängen: Samantha hat es mal wieder geschafft - nur eben diesmal anders als gedacht. Dank Iris & Ira, Emery, Joey & Cat, Bailey, Archie, Vaughn und auch Cooper & Jessica werde ich mir definitiv Band 2 holen. 



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Fazit

Pro:
  • Interessante Nebencharaktere, ich bin gespannt wie es mit ihnen weitergeht
  • Traumhafte Kulisse
  • Nicht nur die Gegenwart sondern vor allem auch die Vergangenheit und Zukunft machen Lust auf mehr

Contra:
  • Story konnte mich nicht packen, war vorhersehbar
  • Protagonisten zu blass, Hineinversetzen nicht möglich

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Rezension zu "Zurück ins Leben geliebt"

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Colleen Hoover - Zurück ins Leben geliebt

Ein Hoover, der hält, was er verspricht!

Zurück ins Leben geliebt - Colleen Hoover

Verlag: dtv
Seiten: 368
Preis: 12,95€ (broschiert)
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2016
Einteiler
Wertung: ☺☺☺☺

Der Klapptext


Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt. Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist … 

Eigene Meinung


Die Liebe ist nicht immer schön, Tate. Manchmal hofft man die ganze Zeit, während man liebt, dass sich etwas ändert. Dass es besser wird. Und irgendwann stellt man fest, dass man in einer Sackgasse gelandet ist und unterwegs sein Herz verloren hat.

Ich bin bekennender CoHo Fan und trotzdem musste "Zurück ins Leben geliebt" eine Weile auf meinem SUB versauern. Aber vorgestern habe ich mich endlich rangewagt und es nach nur 2 Tagen beendet.
Colleen hat einen einzigartigen Schreibstil (eins ihrer Zitate habe ich mir sogar auf ein T-Shirt drucken lassen, weil ich es so treffend fand). Sie schafft es mit nur wenigen Worten oder Andeutungen, dass man gleich angefixed ist und wissen möchte, wohin die Geschichte führen wird. So war es nun auch wieder hier.

Tate findet Miles betrunken vor ihrer Wohnung - bzw. vor der ihres Bruders, denn sie ist bei ihm eingezogen - und als sie ihn bei sich aufnimmt und auf dem Sofa ausnüchtern lassen will, bricht er weinend zusammen. Was muss einem jungen Mann passiert sein, dass er derart leidet? Was muss vorgefallen sein, dass jemand so am Ende ist? Ich war auf den ersten Seiten sofort Feuer und Flamme.

Miles ist nicht in der Lage, eine Beziehung zu führen und er will auch nie wieder lieben. So viel erfährt man als Leser, als Miles & Tate eine rein körperliche Beziehung eingehen wollen. Oder um es mit Tates Worten zu sagen: Es geht um Sex. Viel Sex. Dabei gibt es zwei Regeln:
Nummer 1: Frage niemals nach meiner Vergangenheit
Nummer 2: Erwarte dir keine Zukunft mit mir
Man wird nach und nach an das Geheimnis herangeführt, nach jedem "Gegenwart-Kapitel" kommt eins aus Miles' Vergangenheit, das 6 Jahre zuvor, also zu der Zeit in der das, was Miles auch heute noch quält, passiert ist. Auch wenn ich schon nach den ersten 3 "Vergangenheits-Kapiteln" eine Vorahnung hatte, wohin das alles führen wird, und sie dann auch bestätigt wurde, war ich dennoch nicht darauf gefasst, wie grausam das für ihn gewesen sein muss. Die Kapitel aus seiner Sicht haben mir hier gut gefallen, denn man kann sich nach und nach bestimmte Verhaltensmuster erschließen, zusätzlich geben sie Miles Tiefe.

Trotz dessen war es das bisher einzige CoHo Buch, das mich nicht zum Weinen gebracht hat. Nicht mal eine klitzekleine Träne. Womit wir nun wohl zu dem kommen, was mir leider negativ aufgefallen ist: Auch, wenn ich die Geschichte wie immer sehr genossen habe, sie mich angesprochen und mitgerissen hat, hat mir diesmal etwas gefehlt.

Und zwar hatte ich das Gefühl, dass sich bei Tate alles nur um Miles gedreht hat. Was macht Miles wohl? Wann ist er wieder da? Was ist sein Geheimnis? Freunde hat Tate bis auf den 80-jährigen Aufzugpiloten Cap eigentlich keine, nur ein einziges mageres Mal werden diese erwähnt. Vor allem in den Zeiten, in denen Miles nicht zu Hause ist, ist mir das sehr aufgefallen. Vielleicht waren genau deswegen diese Szenen rar, denn Colleen hat immer mal wieder Wochen übersprungen, als Miles arbeitete. Doch dadurch hatte ich eben leider das Gefühl, dass Tate außer Sex mit Miles, Unterhaltungen mit Cap und Uni/Arbeit nichts anderes zu tun hatte. Leider machte das für mich den Charakter von Tate, auch wenn sie in Interaktion mit Miles humorvoll und bodenständig rüberkam, etwas blass bzw. eindimensional.

Apropos Sex mit Miles: Normalerweise sind Sexszenen in CoHo Büchern rar gesäht, hier allerdings haben die Protagonisten es eigentlich jedes Mal, seit es die Abmachung gab und sie sich gesehen haben, miteinander getrieben. Aber auch wenn es verhältnismäßig viel Sex gab, waren dessen Beschreibungen immer ansprechend und keineswegs billig.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass das Buch wie jedes ihrer Bücher einzigartig ist. Es spricht wie immer ein schwieriges Thema an und verpackt es in einer Liebesgeschichte, die zeigt, das Liebe nicht nur schön, sondern auch hässlich sein kann. (Den Originalitel "Ugly Love" finde ich übrigens sehr passend!) Aber auch, dass man mit Hilfe der Liebe alles überwinden und schaffen kann.

Für mich war es zwar nicht das stärkste Hoover - den Platz hat nach wie vor Love & Confess inne - aber es gibt wie eigentlich immer eine definitive Leseempfehlung!
Ich bin schon sehr gespannt auf die Verfilmung mit Nick Bateman und inwieweit er den zerrissenen Miles darstellen kann.



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4 Pandas


Fazit

Pro:
  • Schreibstil
  • Vermittelte Gefühle
  • Spannung
  • Mitreißend
  • Thematik

Contra:
  • Das Gefühl, als würde sich Tate's Welt nur um Miles drehen

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Rezension zu "Lucy in the Sky"

Paige Toon, Lucy in the Sky, Diamonds, Buch, Fischer Verlag, Rezension
Lucy in the Sky - Paige Toon
Es gibt gute, spannende, faszinierende, fesselnde Bücher. Und dann gibt es welche wie das hier, das keins von all dem ist.

Lucy in the Sky - Paige Toon

Verlag: Fischer
Seiten: 448
Preis: €8,95 TB)
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2009
Einzelband
Wertung:☺

Der Klapptext


Noch bis eben war sich Lucy sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit James, einem smarten Anwalt, wohnt sie in einer chicen, kleinen Wohnung in London und hat einen glamourösen Job in einer PR-Agentur. Also keinen Grund, warum die Hochzeit ihrer besten Freundin Molly in Australien und ein zweiwöchiger Urlaub ihr Leben in Frage stellen sollte.
Doch kurz bevor das Flugzeug startet, bekommt Lucy eine SMS von James’ Handy. Bevor sie ihr Telefon ausschalten muss, wirft sie schnell noch einen Blick auf die Nachricht ...


Eigene Meinung


Wundervoll, macht süchtig, witzig und sexy.
- Cosmopolitan

Bruchlandung statt Höhenflug hätte es wohl eher getroffen.

Meistens sind Liebesromane sehr vorhersehbar. Es gibt solche Bücher, bei denen man weiß, wo sie hinführen, und es dennoch genießt, die Protagonisten auf ihrem Weg dahin zu begleiten. Und es gibt solche, bei denen man einfach nur hofft, dass es bald zu Ende ist.

Leider ist "Lucy in the Sky" der zweiten Kategorie zuzuordnen. Einzig allein die Tatsache, dass ich niemals Bücher abbreche, hat dafür gesorgt, dass ich es im Sommerurlaub nicht ins Meer geworfen habe. Die Protagonistin ist ein selbstsüchtiges zickiges Miststück, das nebenbei auch noch ziemlich kontrollsüchtig ist und ohne zu zögern ihren Freund nach 3 Jahren Beziehung betrügen würde. Sie konnte bei mir kaum Sympathien einfahren und auch die anderen Charaktere haben nicht geglänzt... Einzig ihre Arbeitskollegen waren mir sympathisch. Leider hat sich das auch das ganze Buch über nicht geändert. Anfangs war es zwar recht vielversprechend und interessant, aber schon nach ein paar Seiten fand ich es einfach nur öde. Der Mittelteil war so unfassbar langweilig, man könnte diesen auf den Joballtag und Rumhängen in Bars mit anschließendem Kater reduzieren. Vermutlich hat der furchtbare Schreibstil sein Übriges getan, denn die Autorin schreibt in kurzen Sätzen, die ständig gleich aufgebaut sind. 

Hier ein kleines Beispiel (sinngemäß):


Sie fuhr mit dem Aufzug nach oben. Sie holte ihren Schlüssel raus und öffnete die Tür. Die Lasagne im Ofen war fast fertig. Deswegen schenkte sie sich ein Glas Wein ein. 10 Minuten später aß sie Lasagne vor dem Fernseher.

Das ist vielleicht etwas überzogen, ich weiß. Wenn sich dieser "Stil" allerdings das ganze Buch über durchzieht, vergeht einem wirklich die Lust an allem. Mehrmals habe ich sogar einzelne Stellen herausgepickt und meiner Schwester vorgelesen, um mich abzusichern, dass nicht nur ich den Satzbau wirklich komisch finde.

Mal ganz abgesehen davon, dass Titel und Klapptext nicht das versprechen, was sie halten - denn Lucy ist nur das erste Kapitel über den Wolken -, war es wirklich müßig diese Geschichte zu lesen. Ich habe mich regelrecht durchgequält und bin froh, es endlich beendet zu haben. Ein Gutes hat es allerdings: Ich kann jetzt gute Bücher mehr schätzen.

Mein Fazit lautet also: Unsympathische Protagonistin, die man gerne mal schütteln und fragen würde, ob das eigentlich ihr Ernst ist was sie so von sich gibt und denkt, ein schrecklicher Schreibstil, den ich einer 12-Jährigen zutraue und einfach nur Erleichterung, dass es vorbei ist.


1 Panda Wertung, pandastic books
1 Panda
 
1/5 Pandas für diesen "Bestseller".

Fazit

Pro:
  • Interessante Idee

Contra:
  • Furchtbarer Schreibstil
  • Keine Spannung 
  • Stumpfe Handlung / Geschichte
  • Nervige, kindische, nicht rational denkende Protagonistin, die triebgesteuert ist
  • Großteil des Buches nur "Füllmaterial"

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Rezension zu "Alpakas auf Durchreise"

Alpakas auf Durchreise, Mila Summers, Ralf Wolfstädter, Fränkische Weingeschichten
Alpakas auf Durchreise - Mila Summers und Ralf Wolfstädter
Süße Liebesgeschichte mit Heimatfeeling

Alpakas auf Durchreise - Mila Summers und Ralf Wolfstädter

Verlag: CreateSpace
Seiten: 354
Preis: 9,90€ (TB)
Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2016 
Teil 1 der Fränkischen Weingeschichten
Wertung:☺☺☺☺

Der Klapptext

Weinberge, geschichtsträchtige Bauten und der Main – ein Postkartenidyll vom Feinsten. Wäre da nicht der Mensch, der das Paradies in Nullkommanichts in eine Hölle verwandeln kann. Als die vegane Großstädterin Lilly der Liebe wegen das urbane Berlin gegen die Zweitausend-Seelen-Gemeinde in der fränkischen Provinz eintauscht, ahnt sie bereits, dass dabei zwei Welten aufeinanderprallen, die unterschiedlicher nicht sein können. Neben dem fortwährenden Zwist mit ihrem Schwiegervater in spe, der sich lieber eine Einheimische für seinen Sohn Ben wünscht, hat Lilly zudem allerhand damit zu tun, die drohende Insolvenz des familieneigenen Weinguts ihres Zukünftigen abzuwenden. Dabei trifft sie jedoch eine folgenschwere Entscheidung, durch die nicht nur der Erhalt des Weinguts zu scheitern droht, sondern auch ihre Beziehung zu Ben. Als dann auch noch Bens Jugendfreundin Jenny auf die Bildfläche tritt, scheint die Katastrophe perfekt.

Eigene Meinung

Nachdem ich schon die Vorgeschichte recht viel versprechend fand, wurde ich auch vom eigentlichen Buch nicht enttäuscht!

Wie schon im Klapptext erwähnt, hat Lilly es auf dem Land nicht leicht: Ihr fehlt die Anonymität der Großstadt und vor allem eine Bezugsperson, denn im eher traditionellen Franken nimmt sie durch ihre vegane Lebensweise und ihr "Anderssein" die Rolle einer Außenseiterin ein. Doch trotz dessen, dass es noch nicht ihre Heimat ist, versucht sie sich möglichst gut einzuleben und durch Schweißarbeit und innovative Ideen das Weingut vor dem Ruin zu retten. Lilly gibt dabei ihr Bestes, auch wenn ihr immer wieder vor allem von ihrem zukünftigen Schwiegervater - und manchmal auch von Ben selbst - Steine in den Weg gelegt werden (Ich muss aber ehrlicherweise gestehen, dass selbst mir manche Ideen etwas zu "abgespaced" waren. :D). Nach und nach schafft sie es aber sich einzugliedern und auch Freundschaften zu knüpfen. Ich hab auch schon so eine Idee, um wen es dann im nächsten Band gehen wird. :)

Die Liebesgeschichte ist wie auch schon in der Vorgeschichte sehr rasant und ich habe mich ein, zwei Mal gefragt, warum die beiden zueinander gefunden haben, wenn sie doch so verschieden sind, aber andererseits gab es dafür auch wieder Stellen, bei denen man merkte, dass sie sich einfach gut ergänzen und harmonisch miteinander umgehen. Man muss sich also auf das Tempo einlassen, dann ist es ein richtig süßes Paar. :) Erwähnenswert sind auch die Perspektivenwechsel, denn durch diese konnte man sich mehr auf Lilly & Ben einstimmen und (versuchen) sie (zu) verstehen, denn bei einem flotten Erzählstil ist es manchmal schwierig, bestimmte Verhaltensmuster oder Reaktionen nachzuvollziehen. Gut gelöst also, auch wenn ich ab und an dennoch eine gewissen Distanz zu den Figuren hatte.

Was mir besonders gut gefallen hat waren das Ambiente und der Handlungsort. Da ich selbst in (fast) unmittelbarer Umgebung der Zweitausend-Seelen-Gemeinde wohne, war es wirklich toll meine Heimat darin wiederzufinden. Die Beschreibungen sind sehr treffend und speziell wenn es um die Weinberge ging, hatte ich das Gefühl, als würde ich selbst "da oben" stehen und die Aussicht genießen. Das ist dem Autorenduo wirklich gut gelungen! Außerdem habe ich mir zig Stellen markiert, bei denen es um Restaurants, Bars, bestimmte Schauplätze o.ä. ging, um sie in der nächsten Zeit mal abzuklappern. ;-)

Mein Fazit lautet also, dass es sich bei "Alpakas auf Durchreise" um eine süße Liebesgeschichte handelt, bei der man aber sich aber unbedingt auf das Erzähltempo einlassen muss. Die Figuren sind sympathisch, handeln nicht immer rational (aber hey, wer macht das schon? :D), aber sind vereinzelt etwas unnahbar. Der Schreibstil ist sehr angenehm und humorvoll, die Geschichte hat sich sehr flüssig gelesen. Vor allem die Beschreibungen der Weinberge haben es mir angetan, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich Würzburg einfach liebe. ♥  Das Ende war ein klein wenig überhastet und ich hätte mir "mehr Klarheit" gewünscht (ohne spoilern zu wollen: mir fehlten noch ein paar Informationen, aber man kann auch sehr gut ohne sie leben :)) und auch das Rätsel, was Alpakas mit all dem zu tun haben, wurde gelöst.

Insgesamt also defintiv eine Empfehlung, ich freue mich schon auf den nächsten Band! :D


4 Panda Wertung

Fazit

Pro:
  • Süße Liebesgeschichte
  • Sympathische Charaktere
  • Witziger Schreibstil
  • Tolles Heimatfeeling

Contra:
  • Liebesgeschichte manchmal etwas zu rasant
  • Charaktere dadurch leicht unnahbar
  • Etwas überhastetes Ende mit kleinem Informationsdefizit

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Blogtour: Witches of Norway von Jennifer Alice Jager

Die Blogtour zu Witches of Norway ab dem 28.10.16
Willkommen zur Blogtour von:

Witches of Norway - Nordlichtzauber - Jennifer Alice Jager

Verlag: Dark Diamonds
Seiten: 277
Preis: 4,99€ (eBook)
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2016
Erster Teil der Trilogie
Wertung: ☺☺☺☺☺

Der Klapptext


 **Eine magische Liebe, die Zeit und Raum überwindet**

Die 21-jährige Kunststudentin Elis hat kein Händchen für die Liebe und Schuld daran ist einzig ihr wohlgehütetes Geheimnis. Elis ist eine Hexe. Aber keine besonders gute. Immer wenn sie glaubt, alles im Griff zu haben, funkt ihr die Magie dazwischen. Nachdem ihre Verlobung geplatzt ist und sie beinahe ein Haus zum Einsturz gebracht hätte, bricht Elis kurzerhand das Studium ab und reist nach Norwegen. Hier will sie lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren und trifft dabei auf den charismatischen und faszinierenden Hexer Stian, zu dem sie eine eigentümliche Verbindung spürt. Doch die Magie hat mal wieder ihren eigenen Plan und plötzlich findet Elis sich hundert Jahre zurückversetzt, im Norwegen des Jahres 1905 wieder…


Die Protagonistin im Verhör


Willkommen Willkommen! (Hatte hier gerade noch jemand Effie Trinket im Ohr? :D)
Am heutigen Tag darf ich die Protagonistin Elis mal genauer unter die Lupe nehmen und habe mich mit dem Thema, was eine gute Protagonistin eigentlich ausmacht, näher auseinander gesetzt.

In der heutigen Zeit, in der Fantasybücher und vor allem Dystopien den Buchmarkt überschwemmen zu scheinen, zieht man unwillkürlich immer Vergleiche zu bekannten Büchern und deren Protagonisten/Innen. So liest man immer öfter:

  • Die Protagonistin ist aber ganz schön weinerlich und irgendwie auch nutzlos - wie Bella!
  • Die Protagonistin nimmt wie Katniss die Dinge in die Hand
  • Zeitreisen? Da muss ich an Gwendolyn aus Rubinrot denken
  • Tough und eiskalt, wenn es von Nöten ist? Du meinst wohl Gin!

Was also macht Elis so besonders, dass sie nicht wie jemand ist, sondern jemand ist? Und was macht überhaupt eine gute Protagonistin aus?

Mal ganz simpel angefangen: Sie ist eine Hexe. Das mag nach Harry Potter vielleicht nichts besonderes sein, aber seien wir doch mal ehrlich: Kaum einer traut sich mehr an das gute alte Hexenwerk heran. Umso spannender fand ich Elis, denn ich stehe einfach total auf Magie!
Womit wir schon gleich zu Punkt 2 kommen: Sie ist 21. Sie ist also kein naiver weinerlicher Teenie, der das erste Mal mit der großen Liebe, Pickeln oder Hausarrest zu kämpfen hat oder gezwungernermaßen schneller erwachsen werden muss, sondern steht bereits im Leben und hat auch schon das ein oder andere hinter sich. Und ich sage euch: Womit sie im Laufe des Buches konfrontiert wird ist wirklich kein Zuckerschlecken! Denn auch wenn Elis die Magie von ihrem Vater geerbt hat, kann sie sie nicht kontrollieren.

Ich konnte die Magie spüren, die unter seiner Haut knisterte. Es war ein warmes, wohliges Gefühl, wie Sonnenstrahlen an einem klaren Sommertag. Es war ganz anders als meine Magie. Die war eher wie die aufschäumende Gischt des Meeres bei Sturm. Sie war wild und unkontrollierbar.

Obwohl sie stellenweise wirklich allein dastand, war sie dennoch nie hilflos, ist sich immer selbst treu, selbstbewusst und mutig geblieben. Ganz eine Protagonistin nach meinem Geschmack also. ;) Ihre kleinen Fehler, wie beispielsweise ihre Tollpatschigkeit, machen sie nur umso liebenswürdiger. Ich habe also mit ihr mitgefiebert, war wütend, ängstlich, hoffnungsvoll und verzweifelt. Die Seiten flogen nur so dahin! Dass dann noch mehr als ein potenzieller Love-Interest auftaucht, macht es da nur umso besser. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt und freue mich schon auf die Fortsetzung. Wie gut, dass bereits alle 3 Teile "im Kasten" sind. :D

Er war wie Feuer,
ich war Wasser.

Jennifer schafft es mich nur mit diesen paar Worten zu packen. Vor allem eine gewisse Lobeshymne auf Harry Potter hat es mir angetan - aber lest selbst! Ich für meinen Teil bin definitiv ein großer Fan und kann es gar nicht erwarten, weiterzulesen.

Ach und übrigens: Für alle, die lange Wartezeiten hassen: Band 2 (Polarschattenmagie) erscheint bereits am 30. Dezember!

Das Gewinnspiel

Witches of Norway - Nordlichtzauber (c) Carlsen
Zu gewinnen gibt es 1x das eBook inklusive Karten und Tattoos.

Um in den Lostopf zu hüpfen, beantwortet einfach folgende Fragen:
Was muss eine gute Protagonistin eurer Meinung nach haben? Können euch unsympathische Helden das Buch verderben?

Weitere Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnehmer beantworten beide Fragen
  • Gewinnspielteilnahme ab 18 (oder mit Einverständnis der Eltern)
  • Das Gewinnspiel läuft bis zum 2. November 2016, 23:59 Uhr.
  • Melden sich die Gewinner nicht innerhalb von 48 Stunden wird neugelost.
  • Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihr Name im Gewinnfall öffentlich genannt werden darf.
  • Der Teilnehmer erhält höchstens einen Gewinn.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Blogger.com hat nichts damit zu tun.
  • Haftung auf dem Versandweg wird nicht übernommen.

Der Tourplan


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Rezension zu "Zurück nach Hollyhill"

Hollyhill, zurück, verliebt, Zeitreise, Alexandra Pilz
Zurück nach Hollyhill
Ganz anders als erwartet und dennoch unfassbar gut!

Zurück nach Hollyhill - Alexandra Pilz

Verlag: Heyne
Seiten: 352
Preis: 16,99€ (HC)
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2013
Erster Teil der Trilogie
Wertung: ☺☺☺☺

Klapptext:

Wie weit würdest du gehen? Um das Geheimnis deiner Herkunft zu lüften, den Jungen deiner Träume zu bekommen und deine Freundin zu retten? Für die 17-jährige Emily werden diese Fragen plötzlich entscheidend, als sie nach dem Abitur in das geheimnisvoll einsame Dartmoor reist, um das Dorf ihrer verstorbenen Mutter zu finden. Ein Dorf, das auf keiner Karte eingezeichnet ist. Das jedoch genau der Junge kennt, der in Emily von der ersten Sekunde an Gefühle auslöst, die irgendwo zwischen Himmel und Hölle schwanken …

Emily kann es nicht fassen! Am Tag ihres Abiturs erhält sie einen Brief ihrer verstorbenen Mutter, in dem diese Emily in geheimnisvollen Worten beschwört, das Dorf aufzusuchen, das einst ihre Heimat war. Kurzerhand steigt Emily in München ins Flugzeug – und landet allein und vom Regen durchnässt mitten im englischen Dartmoor. Hilfe naht in Form eines Geländewagens, darin Matt, der attraktivste Junge, den Emily je gesehen hat. Als sie ihn nach dem Weg nach Hollyhill fragt, verändert Matt sich jedoch schlagartig. War er zuvor offen und hilfsbereit, stimmt er nun nur widerwillig zu, Emily nach Hollyhill zu bringen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das einsame Moor landen sie schließlich in dem winzigen Dorf, dessen Bewohner zwar alle ein wenig schrullig, aber freundlich zu Emily sind. Nur Matt, der Junge, in den sie sich Hals über Kopf verlieben könnte, gibt ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gefühl, unerwünscht zu sein. Bis eines Nachts ein Mörder auftaucht und Emily entführt. Und plötzlich findet sie sich im Jahr 1981 wieder – und dort sind die gewöhnungsbedürftige Mode und ein grimmiger Matt ihr geringstes Problem …

Eigene Meinung:

Anfangs wusste ich nicht wirklich, was ich mir unter diesem Klapptext vorstellen sollte und ich konnte nicht ahnen, wohin es führen wird! Allein das Cover hat schließlich den Ausschlag gegeben, dass Zurück nach Hollyhill bei mir eingezogen ist. Und ich kann wirklich nur Gottseidank sagen!

Man wird gleich am Anfang mit dem mysteriösen Brief von Emilys verstorbener Mutter konfrontiert, die diese auffordert nach Hollyhill zu reisen. Auch Fee, Emilys enthusiastische beste Freundin, lernt man hier kennen und mögen. Gemeinsam beraten sie, ob Emily nach England reisen soll und entscheiden sich dafür. Schade, dass es das auch schon von Fee war, ich hätte gerne mehr von ihr erfahren!

Da irgendwie keiner - nicht einmal Google - eine Ahnung hat, wo Hollyhill liegt, nimmt sie einen Bus ins Zentrum Dartmoors und lernt dort Matt kennen. Dieser liest sie auf als sie gerade zu Fuß im Regen unterwegs war und ist zufälligerweise in die Richtung, in der Hollyhill liegt, unterwegs. Als er sie kurze Zeit später dort absetzt findet sie heraus, dass er sogar dort wohnt. Aufgrund der Beschreibungen der Autorin konnte ich mir ohne viele Worte Hollyhill sehr gut vorstellen und auch die Bewohner waren zwar etwas schrullig, aber definitiv liebenswert. Schade fand ich es hier, dass man bis auf die beiden Hauptfiguren Emily und Matt recht wenig bis gar nichts über die anderen Bewohner erfährt. Sie bleiben recht blass und sind so für mich als Personen nicht allzu greifbar gewesen. Durch ihre wenigen Auftritte konnte man zwar Sympathien bilden, aber eben keine Bindung.

Matt war für Emily und mich schwer einzuschätzen. Manchmal ist er hilfsbereit und nett, manchmal eiskalt und abweisend und würde sie am Liebsten aus dem Dorf haben. Trotz dessen war er mir recht sympathisch, vor allem, als seine Beweggründe aufgedeckt wurden, wieso er sich so verhält. Ich fand es hier sehr angenehm zu lesen, dass er zwar eine Art Bad Boy Attitüde hatte (ihr wisst schon.. Junge behandelt Mädchen schlecht weil er's kann und gut aussieht), diese aber logisch begründet ist und sich dann auch ablegt, als er merkt, dass Emily ganz anders ist als er dachte.

Auch für mich war Emily anders als gedacht. Sie ist zwar recht impulsiv und handelt auch dementsprechend (sie entscheidet innerhalb von einem Tag, dass sie in zwei Tagen spontan nach England fliegt), ist aber für ihre 17 Jahre schon sehr reif und ganz im Gegenteil zu dem, was man über Gleichaltrige liest, weder kindisch, noch verweichlicht noch lässt sie lieber die Männer die Drecksarbeit machen anstatt selbst anzupacken. Für mich also ein großer Pluspunkt, endlich mal wieder von einer Heldin zu lesen, die stark, klug (sie möchte Medizin studieren) und auch bereit zu handeln ist. Das und ihr Humor hat mich der Geschichte Pluspunkte geben lassen!

Tja, und wenn wir schon bei Pluspunkten sind.. Der Roman hat eine sehr interessante Geschichte, auf die ich so nicht vorbereitet war. Ich habe es mir extra gespart, noch einmal den Klapptext zu lesen bevor ich mich ins Buch stürze, um nicht voreingenommen zu sein. Und es hat sich gelohnt! Die Geschichte plätschert zwar anfangs noch ruhig, aber keinesfalls langweilig oder langatmig dahin, baut sich dann aber immer weiter auf und es kommt zu Wendungen, die ich so nicht erwartet habe. Okay, das ist ein klein wenig gelogen, denn ungefähr eine Seite bevor es geschehen ist hatte ich ne Idee, was passieren könnte. Aber mehr auch nicht! ;-)
Sie wird gegen Ende sogar nochmal richtig spannend und hatte einen Hauch von Krimi, sodass ich es nicht erwarten konnte zum Ende zu gelangen. Trotz anderer Schauplätze bleiben Hollyhill und ihre Bewohner immer Dreh- und Angelpunkt, was ich sehr gelungen fand.

Auch eine Liebesgeschichte ist vorhanden, die endlich mal nicht das typische Young Adult- bzw. New Adult-mäßige hat, sondern einfach nur süß ist, ohne dass sich diejenigen gleich an die Wäsche wollen. Hach. Ab und an musste ich sogar seufzen. Ein kleiner Kritikpunkt ist hier für mich wieder, dass es ein klitzekleines bisschen zu schnell ging, aber hey, das haben die zwei dann wieder durch ihre Persönlichkeiten und ihr Miteinander wettgemacht, denn man erfährt im Gegensatz zu anderen Romanen dieses Genres sehr viel über ihre Gefühlswelt.

Das Buch ist insgesamt rund und stimmig und hat mich sehr gut unterhalten. Vor allem gegen Ende hin war es sehr spannend und actionreich, ich freue mich wirklich auf die Fortsetzung! Deswegen gibt es von mir 4,5 Pandas und eine Leseempfehlung!


Fazit:

Pro:

  • Starke, sympathische Protagonistin
  • Spannende Geschichte
  • Tolles Setting
  • Viel Wortwitz und Humor
  • Süße Liebesgeschichte
Contra:
  • Nebenfiguren bleiben zu blass
  • Liebesgeschichte einen Tick zu schnell

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Rezension zu "Addicted to you - Bedingungslos"


Leider schwächer als Schwerelos, aber dennoch ein guter Abschluss der Reihe!

Addicted to you - Bedingungslos - M. Leighton

Verlag: Heyne
Seiten: 368
Preis: 8,99€ (TB)
Erscheinungsdatum: 11. August 2014
3. Teil einer Trilogie
Wertung: ☺☺☺,5

Klapptext:

Olivia Townsends reiche Cousine Marissa hat alles, was man sich nur wünschen kann – sie hat ihren Traumjob gefunden, der sie erfüllt, führt ein Leben voll Glanz und Glamour und ist überall beliebt. Zumindest bei allen, deren Freundschaft für Geld zu kaufen ist. Doch eines Tages gerät Marissas heile Welt durch eine Verwechslung aus den Fugen und sie landet schließlich in den Armen des heißesten, aber auch gefährlichsten Mannes, der ihr je begegnet ist. Er ist für Marissa ein Buch mit sieben Siegeln; gleichzeitig fühlt sie sich magisch von ihm angezogen und kann ihm einfach nicht widerstehen: Der leidenschaftliche Rausch macht sie blind, und sie kann nicht entkommen – vielleicht nicht einmal überleben ...

Eigene Meinung:

Der letzte Teil der Addicted to you - Reihe ist noch einmal ganz anders als seine Vorgänger. Waren bisher Olivia und Cash die Hauptpersonen, sind es nun Marissa und Nash. Das hatte sowohl gute als auch negative Seiten.

Die Entwicklung von Marissa nach ihrer Entführung wird gleich am Anfang weiter untermauert. Konnte man am Ende von Schwerelos noch nicht glauben, dass sie sich wirklich geändert hat, so wird man hier eines besseren belehrt. Denn Marissa gesteht sich eigentlich das ganze Buch über ein, wie arrogant und oberflächlich sie sich in der Vergangenheit verhalten hat und wie sehr sie vor allem Materielles über alles andere gestellt hat.

Es ist mir eigentlich nicht wichtig, was er von mir hält, aber es trifft mich doch, dass andere eine derart schlechte Meinung von mir haben. War ich wirklich so ein Miststück?

Ich fand es sehr gut, wie das immer wieder - wenn auch Gottseidank nicht übertrieben oft, sondern dosiert - aufgegriffen wurde. Man hatte wirklich das Gefühl, als sei sie plötzlich wach gerüttelt worden und sieht die Welt und sich selbst mit anderen Augen. Einzig und allen dass sie Olivia auf eine sehr hohe Stufe stellt und wie eine Heilige behandelt, weil sie ihr gegenüber so viel gut zu machen hat, war leicht überzogen.

Und es fühlt sich gut an, mich vor meinem bisherigen Leben und den Menschen zu verstecken, die darin seit Jahren eine große Rolle spielen. Fast wünsche ich mir, alles Alte loszuwerden und Neues zu suchen. Und das ist wirklich das Seltsamste von allem. [...] Vielleicht ist das die neue Marissa. Und vielleicht will ich die alte Marissa einfach loswerden und ganz in die neue schlüpfen.

Doch auch Nash hat an seiner Vergangenheit zu knabbern. Man erfährt hier einiges über die Jahre, die er versteckt auf einem Schmuggelschiff leben musste - und die sind wirklich nicht schön. Teilweise sogar recht grausam. Kein Wunder also, dass er ziemlich verbittert und wütend auf die ganze Welt ist. Diesen mehr oder weniger unterschwelligen Zorn, der ihn zeitweise zu beherrschen scheint, merkt man auch vor allem anfangs immer in seinem Tun und Handeln. Die Verlorenheit, die er spürt, verbindet ihn mit Marissa. Auch sie hat ein für sie drastisches Ereignis in Form ihrer Entführung und den damit zusammenhängenden Todesängsten durchleben müssen. Und langsam beginnt er durch und mit ihr sich zu öffnen.

Ich bin lange fort gewesen - fort von der Zivilisation, die ich einmal gekannt habe, fort von einem liebevollen Zuhause und dem Leben, wie ich es damals gehabt habe. Ich habe gelernt, nichts zu vermissen. Bis jetzt.

Und auch Marissa sieht in Nash mehr als er selbst denkt. Die beiden geben sich ohne es erst zu wissen Kraft und treiben sich gegenseitig an, um ein besserer Mensch zu werden. Besonders gut hat es mir gefallen, dass bei beiden eine sichtliche Entwicklung zu sehen war. Bei Marissa begann diese ja bereits in Schwerelos, führte aber in Bedingungslos weiter. Sie wird stärker, setzt sich durch und auch einiges aufs Spiel. Doch auch Nash wandelt sich.

Er ist wie eine Rebellion. Wie Freiheit. Vielleicht ein bisschen wie eine Rettung. Bis vor Kurzem wusste ich nur noch nicht, dass ich gerettet werden muss.

Wie ihr seht, habe ich mir sehr viele Stellen im Buch markiert, die mir besonders gut gefallen haben und die die angesprochene Wandlung der beiden zeigen. Leider war das dann auch schon der gröbste Inhalt des Buches, denn im Mittelpunkt stehen mittlerweile nicht mehr die Bedrohung der Mafia, sondern eher die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten. Ich hatte durchweg das Gefühl, dass es sich nur um die Beiden dreht und wie eher die Mafia die Randrolle eingenommen hat um immer mal wieder einen Anstupser zu geben, dass die beiden sich näher kommen oder offener werden können. So überdenkt Nash seit er Marissa kennt sein Handeln und handelt anders als der alte Nash, um ein besserer Mensch für sie zu sein.

Man kann also sagen, dass das Buch im Grunde die Entwicklung von Marissa und Nash beschreibt, verpackt in eine Romanze mit gewohnten Erotikszenen zwischen den beiden und mit der ständigen Bedrohung der Mafia, die in Bedingungslos gar nicht mehr so bedrohlich war. Es war zwar schön und angenehm zu lesen, denn ich lese sehr gerne von solchen Charakterwandlungen, vor allem wenn sie glaubhaft beschrieben sind, allerdings denke ich, dass der Fokus nicht ganz korrekt gelegt wurde. War in Schwerelos noch alles spannend und irgendwie thrillermäßig, ist das im letzten Band fast völlig verschwunden, ja ich würde sogar fast behaupten langweilig geworden. Schade eigentlich. Es gab nicht mal irgendwelche Hindernisse für die Gruppe, sondern alles lief ganz wie geplant und ruhig ab. Das war zu einfach, denn schließlich hat es Jahre gedauert bis die Sache überhaupt ins Rollen kam.

Auch dem Perspektivenwechsel stand ich am Anfang recht skeptisch gegenüber, da ich lieber noch mehr von Cash und Olivia lesen wollte, aber wenn man weiß, wo die Autorin hin wollte (nämlich zu diesen Charakterentwicklungen) war es nachvollziehbar und schließlich doch gut, denn eigentlich war die Geschichte der beiden ja mit Schwerelos bereits nahezu abgeschlossen.
Apropos Cash und Nash. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass die Autorin selbst irgendwie keine Lust mehr auf ihr Buch hat oder von ihren eigenen Namen ganz konfus wurde. Mir ist es nämlich geschätzt mindestens 5x aufgefallen, dass sie die Namen der Zwillinge vertauscht hatte. So hatte Cash beispielsweise Marissa lüstern angesehen, obwohl dieser eigentlich mit Olivia gleichzeitig im Bett lag. Tja... bei solchen Namen... ;-)

Insgesamt empfand ich Bedingungslos als schönen Abschluss, der aber eher dahin plätscherte als wie sein Vorgänger spannend zu sein. Die Entwicklungen der Protagonisten haben mir sehr gut gefallen, allerdings lag mir der Fokus meiner Meinung nach zu sehr auf der Romanze als der Geschichte mit der Mafia.

Deswegen gibt es von mir 3,5 Pandas.


Reihe:


Danke für das Rezensionsexemplar!!

Fazit:

Pro:

  • sympathische Protagonisten
  • glaubhafte Entwicklung von Nash und Marissa
  • süße Liebesgeschichte

Contra:
  • Fokus liegt zu sehr auf Romanze
  • Geschichte plätschert dadurch vor sich hin
  • Problemlösung zu schnell und einfach ohne Hindernisse abgehandelt

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