Rezension zu "Zurück ins Leben geliebt"

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Colleen Hoover - Zurück ins Leben geliebt

Ein Hoover, der hält, was er verspricht!

Zurück ins Leben geliebt - Colleen Hoover

Verlag: dtv
Seiten: 368
Preis: 12,95€ (broschiert)
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2016
Einteiler
Wertung: ☺☺☺☺

Der Klapptext


Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt. Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist … 

Eigene Meinung


Die Liebe ist nicht immer schön, Tate. Manchmal hofft man die ganze Zeit, während man liebt, dass sich etwas ändert. Dass es besser wird. Und irgendwann stellt man fest, dass man in einer Sackgasse gelandet ist und unterwegs sein Herz verloren hat.

Ich bin bekennender CoHo Fan und trotzdem musste "Zurück ins Leben geliebt" eine Weile auf meinem SUB versauern. Aber vorgestern habe ich mich endlich rangewagt und es nach nur 2 Tagen beendet.
Colleen hat einen einzigartigen Schreibstil (eins ihrer Zitate habe ich mir sogar auf ein T-Shirt drucken lassen, weil ich es so treffend fand). Sie schafft es mit nur wenigen Worten oder Andeutungen, dass man gleich angefixed ist und wissen möchte, wohin die Geschichte führen wird. So war es nun auch wieder hier.

Tate findet Miles betrunken vor ihrer Wohnung - bzw. vor der ihres Bruders, denn sie ist bei ihm eingezogen - und als sie ihn bei sich aufnimmt und auf dem Sofa ausnüchtern lassen will, bricht er weinend zusammen. Was muss einem jungen Mann passiert sein, dass er derart leidet? Was muss vorgefallen sein, dass jemand so am Ende ist? Ich war auf den ersten Seiten sofort Feuer und Flamme.

Miles ist nicht in der Lage, eine Beziehung zu führen und er will auch nie wieder lieben. So viel erfährt man als Leser, als Miles & Tate eine rein körperliche Beziehung eingehen wollen. Oder um es mit Tates Worten zu sagen: Es geht um Sex. Viel Sex. Dabei gibt es zwei Regeln:
Nummer 1: Frage niemals nach meiner Vergangenheit
Nummer 2: Erwarte dir keine Zukunft mit mir
Man wird nach und nach an das Geheimnis herangeführt, nach jedem "Gegenwart-Kapitel" kommt eins aus Miles' Vergangenheit, das 6 Jahre zuvor, also zu der Zeit in der das, was Miles auch heute noch quält, passiert ist. Auch wenn ich schon nach den ersten 3 "Vergangenheits-Kapiteln" eine Vorahnung hatte, wohin das alles führen wird, und sie dann auch bestätigt wurde, war ich dennoch nicht darauf gefasst, wie grausam das für ihn gewesen sein muss. Die Kapitel aus seiner Sicht haben mir hier gut gefallen, denn man kann sich nach und nach bestimmte Verhaltensmuster erschließen, zusätzlich geben sie Miles Tiefe.

Trotz dessen war es das bisher einzige CoHo Buch, das mich nicht zum Weinen gebracht hat. Nicht mal eine klitzekleine Träne. Womit wir nun wohl zu dem kommen, was mir leider negativ aufgefallen ist: Auch, wenn ich die Geschichte wie immer sehr genossen habe, sie mich angesprochen und mitgerissen hat, hat mir diesmal etwas gefehlt.

Und zwar hatte ich das Gefühl, dass sich bei Tate alles nur um Miles gedreht hat. Was macht Miles wohl? Wann ist er wieder da? Was ist sein Geheimnis? Freunde hat Tate bis auf den 80-jährigen Aufzugpiloten Cap eigentlich keine, nur ein einziges mageres Mal werden diese erwähnt. Vor allem in den Zeiten, in denen Miles nicht zu Hause ist, ist mir das sehr aufgefallen. Vielleicht waren genau deswegen diese Szenen rar, denn Colleen hat immer mal wieder Wochen übersprungen, als Miles arbeitete. Doch dadurch hatte ich eben leider das Gefühl, dass Tate außer Sex mit Miles, Unterhaltungen mit Cap und Uni/Arbeit nichts anderes zu tun hatte. Leider machte das für mich den Charakter von Tate, auch wenn sie in Interaktion mit Miles humorvoll und bodenständig rüberkam, etwas blass bzw. eindimensional.

Apropos Sex mit Miles: Normalerweise sind Sexszenen in CoHo Büchern rar gesäht, hier allerdings haben die Protagonisten es eigentlich jedes Mal, seit es die Abmachung gab und sie sich gesehen haben, miteinander getrieben. Aber auch wenn es verhältnismäßig viel Sex gab, waren dessen Beschreibungen immer ansprechend und keineswegs billig.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass das Buch wie jedes ihrer Bücher einzigartig ist. Es spricht wie immer ein schwieriges Thema an und verpackt es in einer Liebesgeschichte, die zeigt, das Liebe nicht nur schön, sondern auch hässlich sein kann. (Den Originalitel "Ugly Love" finde ich übrigens sehr passend!) Aber auch, dass man mit Hilfe der Liebe alles überwinden und schaffen kann.

Für mich war es zwar nicht das stärkste Hoover - den Platz hat nach wie vor Love & Confess inne - aber es gibt wie eigentlich immer eine definitive Leseempfehlung!
Ich bin schon sehr gespannt auf die Verfilmung mit Nick Bateman und inwieweit er den zerrissenen Miles darstellen kann.



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Fazit

Pro:
  • Schreibstil
  • Vermittelte Gefühle
  • Spannung
  • Mitreißend
  • Thematik

Contra:
  • Das Gefühl, als würde sich Tate's Welt nur um Miles drehen

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